Vorsorge & Versicherungen
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Was ist die Säule 3a und wie eröffne ich ein 3a-Konto?

Säule 3a einfach erklärt: Wie funktioniert die gebundene Vorsorge in der Schweiz, wer darf einzahlen und wie eröffnest du das passende 3a-Konto?

20. Februar 20266 Min. Lesezeit

Die Säule 3a taucht überall auf: auf Plakaten beim Bahnhof, im Gespräch mit Kolleg:innen oder beim Beratungstermin bei der Bank. Viele wissen aber nur grob: „Damit spart man fürs Alter und zahlt weniger Steuern.“ Was genau dahinter steckt, wer einzahlen darf und wie du konkret ein 3a-Konto eröffnest, ist oft unklar. Dieser Beitrag beantwortet genau diese Fragen und hilft dir, eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Die drei Säulen der Altersvorsorge in der Schweiz

Damit du die 3. Säule richtig einordnen kannst, lohnt sich ein schneller Überblick:

  1. Säule (AHV/IV): Staatliche Vorsorge, soll die Existenz im Alter sichern.
  2. Säule (BVG/Pensionskasse): Berufliche Vorsorge für Angestellte, soll zusammen mit der 1. Säule den gewohnten Lebensstandard annähernd sichern.
  3. Säule: Private Vorsorge, aufgeteilt in Säule 3a (gebunden) und 3b (frei).

Die Säule 3a ist also der Teil, mit dem du freiwillig zusätzlich vorsorgst – dafür bekommst du Steuerprivilegien, bist aber an gewisse Regeln gebunden.

Was ist die Säule 3a genau?

Die Säule 3a ist eine gebundene, steuerlich privilegierte Sparform. „Gebunden“ bedeutet:

  • Du kannst das Geld nur unter bestimmten Bedingungen wieder beziehen (z. B. Pensionierung, Eigenheimkauf, Auswanderung).
  • Du darfst pro Jahr nur bis zu einem gesetzlich festgelegten Maximalbetrag einzahlen.
  • Du musst dich an gewisse Produkte (Bank-/Versicherungslösungen) halten.

Im Gegenzug profitierst du von:

  • Steuerabzug: Deine Einzahlungen in die Säule 3a kannst du vom steuerbaren Einkommen abziehen.
  • Steueraufschub: Erträge innerhalb der 3a (Zinsen, Kursgewinne) sind während der Laufzeit steuerfrei.
  • Vergünstigter Besteuerung bei Auszahlung: Das Kapital wird bei Bezug separat zu einem reduzierten Satz besteuert.

So zwingt dich das System quasi dazu, langfristig fürs Alter zu sparen – und belohnt dich dafür steuerlich.

Wer darf in die Säule 3a einzahlen und wie viel?

Einzahlen dürfen grundsätzlich Personen, die in der Schweiz ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen haben. Der maximale Betrag pro Jahr hängt davon ab, ob du einer Pensionskasse angeschlossen bist:

  • Mit Pensionskasse (typisch Angestellte): Du darfst pro Jahr einen gesetzlich definierten fixen Maximalbetrag einzahlen.
  • Ohne Pensionskasse (z. B. Selbständige): Du kannst einen prozentualen Anteil deines Erwerbseinkommens bis zu einem höheren, gedeckelten Maximalbetrag einzahlen.

Die genauen Beträge werden regelmässig angepasst und sind beim Bund und bei Banken jeweils aktuell publiziert. Typischerweise reicht es, wenn du dir einmal pro Jahr – zum Beispiel im Herbst – überlegst, ob und wie viel du in deine Säule 3a einzahlen möchtest.

Wichtig: Du musst den Maximalbetrag nicht ausschöpfen. Auch kleine Beträge lohnen sich, insbesondere wenn du jung beginnst und vom Zinseszinseffekt bzw. von langfristigen Renditen bei Wertschriften profitierst.

Steuerliche Vorteile der Säule 3a

Der grösste Vorteil der Säule 3a sind die Steuern:

  • Deine Einzahlungen reduzieren dein steuerbares Einkommen. Verdient du zum Beispiel 80 000 Franken und zahlst 5 000 Franken in die Säule 3a ein, versteuerst du nur 75 000 Franken (vereinfacht gesprochen).
  • Je nach Einkommen und Wohnort kann das pro Jahr schnell einige hundert bis mehrere tausend Franken Steuern sparen.
  • Die Erträge im 3a (Zinsen, Dividenden, Kursgewinne) werden während der Laufzeit nicht besteuert.

Bei der Auszahlung – typischerweise bei der Pensionierung – wird das 3a-Kapital separat vom übrigen Einkommen zu einem reduzierten Satz besteuert. Häufig lohnt es sich, mehrere 3a-Konten zu führen und die Auszahlungen auf mehrere Jahre zu verteilen, um die Progression zu brechen – das ist aber ein Thema für einen eigenen Beitrag.

Bank-3a vs. Versicherungs-3a

Es gibt zwei Hauptvarianten von Säule-3a-Lösungen:

  • Banklösung (3a-Konto / 3a-Wertschriftendepot)
  • Versicherungslösung (3a-Lebensversicherung mit Spar- und Versicherungsteil)

Banklösungen sind in der Regel flexibler:

  • Du entscheidest jedes Jahr, wie viel du einzahlst (zwischen 0 und Maximalbetrag).
  • Du kannst die Anlagestrategie (z. B. mehr oder weniger Aktien) anpassen, sofern du eine Wertschriftensparlösung wählst.
  • Es gibt keine oder nur geringe Abschlusskosten, dafür trägst du das Anlagerisiko.

Versicherungslösungen kombinieren Sparen mit einem Versicherungsschutz, etwa einer Todesfall- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Das kann sinnvoll sein, ist aber oft teuer und unflexibel:

  • Du verpflichtest dich zu regelmässigen Prämienzahlungen über viele Jahre.
  • Ein vorzeitiger Ausstieg ist meist mit finanziellen Einbussen verbunden.

Gerade für junge Menschen mit langer Anlagedauer und eher knappem Budget sind flexible Bank- bzw. Wertschriftensparlösungen oft attraktiver, weil sie bei tieferen Kosten mehr Spielraum bei Einzahlungen und Anlagestrategie bieten.

Klassisches 3a-Konto vs. Wertschriftensparen (Fonds/ETF)

Bei der Bank hast du meist zwei Grundformen:

  • Klassisches 3a-Sparkonto: Festgelegter, meist tiefer Zins, kein Kursrisiko, aber auch kein Renditepotenzial durch Aktien.
  • 3a-Wertschriftendepot (Fonds/ETF-Lösungen): Dein Geld wird in Fonds mit Aktien- und Obligationenanteilen investiert.

Welches Modell für dich Sinn ergibt, hängt von deiner Risikobereitschaft und deiner Zeithorizont ab:

  • Hast du noch 20, 30 oder mehr Jahre bis zur Pensionierung, können Aktienlösungen trotz Schwankungen langfristig höhere Renditen bringen.
  • Stehst du kurz vor der Pensionierung oder kannst Kursschwankungen schlecht ertragen, ist ein höherer Anteil Sparkonto sinnvoll.

Wichtig ist, dass du die Kosten (Verwaltungsgebühren, Produktgebühren) berücksichtigst. Günstige, breit diversifizierte Fonds oder ETF-basierte Lösungen sind langfristig oft im Vorteil.

So eröffnest du ein 3a-Konto – Schritt für Schritt

  1. Kläre, ob du grundsätzlich 3a-berechtigt bist (Erwerbseinkommen in der Schweiz, AHV-pflichtig).
  2. Überlege dir, ob du eher eine Bank- oder Versicherungslösung möchtest. Für den Start ist eine einfache Banklösung meist ausreichend.
  3. Vergleiche 2–3 Anbieter:
    • Zins (bei Sparkonto)
    • Produktpalette und Kosten (bei Fonds/ETF-Lösungen)
    • Benutzerfreundlichkeit (App, Onlineportal)
  4. Eröffne das Konto online oder vor Ort:
    • Identifikation (ID/Pass)
    • AHV-Nummer
    • Angaben zu Wohnsitz und Steuerdomizil
  5. Lege deine Anlagestrategie fest, falls du eine Wertschriftensparlösung wählst (z. B. 60% Aktien, 40% Anleihen).
  6. Zahle den gewünschten Betrag ein – einmalig oder in mehreren Teilbeträgen über das Jahr verteilt.

Du musst nicht bis Dezember warten. Viele verteilen ihre Einzahlungen über das Jahr, andere zahlen kurz vor Jahresende ein, wenn sie ihre finanzielle Situation besser überblicken.

Wann und wie kannst du die Säule 3a beziehen?

Das 3a-Guthaben ist an bestimmte Ereignisse gebunden. Typische Bezugsgründe sind:

  • Ordentliche Pensionierung (oft bis 5 Jahre vor dem ordentlichen Rentenalter möglich)
  • Frühpensionierung
  • Einkauf in eine Pensionskasse mit gleichzeitiger 3a-Auflösung (je nach Kanton)
  • Dauerhafte Auswanderung ins Ausland
  • Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit oder Aufgabe der bisherigen Pensionskasse
  • Finanzierung von selbst genutztem Wohneigentum (Eigenmittel oder Rückzahlung der Hypothek)

Der Bezug für den Eigenheimkauf ist beliebt, sollte aber gut durchdacht sein: Du reduzierst damit dein Vorsorgekapital für das Alter. Zudem wird der bezogene Betrag besteuert, auch wenn zu einem reduzierten Satz.

Typische Fehler und wie du sie vermeidest

Häufige Stolpersteine im Zusammenhang mit Säule 3a:

  • Sehr spät beginnen und so viele Jahre mit Steuerersparnis und Rendite verpassen
  • Versicherungslösungen abschliessen, ohne die Kosten und Unflexibilität zu verstehen
  • Das gesamte 3a-Guthaben in ein einziges Konto packen (Erschwerung der optimalen Auszahlungsplanung)
  • Allzu defensive Anlagestrategien, obwohl noch Jahrzehnte bis zur Pensionierung bleiben
  • Umgekehrt: extrem riskante Strategien, obwohl der Zeithorizont kurz ist

Wenn du unsicher bist, starte mit einem einfachen, günstigen Bank-3a-Konto und zahle einen moderaten Betrag ein. Du kannst die Strategie später immer noch anpassen.

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  • „Grundlagen der Altersvorsorge: 1., 2. und 3. Säule verständlich erklärt“
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