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Zum ersten Mal Steuern machen in der Schweiz: Schritt-für-Schritt für Angestellte

Du machst zum ersten Mal Steuern in der Schweiz? Diese Anleitung führt dich Schritt für Schritt durch die erste Steuererklärung als angestellte Person.

20. Februar 20267 Min. Lesezeit

Eine Steuererklärung zum ersten Mal auszufüllen fühlt sich schnell nach Papierkrieg, Fachbegriffen und Angst vor Fehlern an. In der Schweiz kommt dazu, dass viele Regeln kantonal unterschiedlich sind und du im Internet oft widersprüchliche Informationen findest. Dieser Beitrag führt dich als angestellte Person Schritt für Schritt durch deine erste Steuererklärung, damit du weisst, was du wann tun musst – ohne Steuerdeutsch und ohne Panik.

Ein klares, fokussiertes Thema pro Seite hilft, dass dein Anliegen in Suchmaschinen besser gefunden wird – genau so ist auch dieser Ratgeber aufgebaut: nur „erste Steuererklärung als Angestellte:r“, keine Vermischung mit komplizierten Spezialfällen.

Wer muss überhaupt eine Steuererklärung machen?

Grundsätzlich müssen in der Schweiz alle natürlichen Personen mit Wohnsitz in einem Kanton jährlich eine Steuererklärung einreichen, ausser sie werden vollständig an der Quelle besteuert (Quellensteuer) und erfüllen keine Zusatzkriterien. Ob du eine Steuererklärung machen musst, hängt vor allem ab von:

  • Deinem Aufenthaltsstatus (Schweizer Pass, C-Bewilligung, B- oder L-Bewilligung mit Quellensteuer)
  • Deinem Einkommen
  • Deinem Wohnsitzkanton

Wenn du Schweizer:in oder mit C-Bewilligung bist, ist die Sache fast immer klar: Du machst jährlich eine Steuererklärung, auch als Angestellte Person mit einem einzigen Lohn. Bist du quellenbesteuert (typisch: B- oder L-Ausweis), musst du oft keine „normale“ Steuererklärung machen – es gibt aber Ausnahmen, zum Beispiel bei höherem Einkommen oder Vermögen oder wenn du eine nachträgliche ordentliche Veranlagung beantragst, um Abzüge geltend zu machen.

Im Zweifel gilt: Schau auf die Webseite deines Steueramts (Kanton) und in deinen Briefkasten. Wenn du ein offizielles Schreiben mit Zugangsdaten oder Formularen bekommst, musst du aktiv werden.

Schritt 1: Fristen und Steuerperiode verstehen

In der Schweiz gilt meistens das Kalenderjahr als Steuerperiode: Die Steuererklärung 2025 bezieht sich auf dein Einkommen und Vermögen vom 1. Januar bis 31. Dezember 2025. Die Einreichefrist ist je nach Kanton unterschiedlich, oft liegt sie zwischen Ende März und Ende April des Folgejahres. Fast alle Kantone bieten online eine Fristverlängerung an, meistens kostenlos oder zu einem kleinen Betrag, wenn du sie rechtzeitig beantragst.

Wichtig ist, dass du dir die Frist in der Agenda markierst und rechtzeitig eine Verlängerung beantragst, wenn du merkst, dass du es nicht schaffst. Verspätete Einreichung kann zu Mahngebühren und im Extremfall zu einer Ermessensveranlagung führen – dann schätzt das Steueramt dein Einkommen und Vermögen eher zu hoch.

Schritt 2: Unterlagen sammeln – deine Checkliste

Bevor du das Online-Tool deines Kantons öffnest, sammelst du alle relevanten Unterlagen. Typischerweise brauchst du:

  • Lohnausweis(e) aller Arbeitgeber des Steuerjahres
  • Kontoauszüge oder Jahresbescheinigungen deiner Banken (Privatkonto, Sparkonto, Säule 3a)
  • Unterlagen zur Pensionskasse (BVG-Ausweis, Einkäufe)
  • Belege für Säule-3a-Einzahlungen
  • Mietvertrag oder Nachweis zu Hypothek/Zinsen, falls du Eigentum hast
  • Nachweise zu abzugsfähigen Auslagen (Berufsauslagen, Fahrkosten ÖV/Auto, Weiterbildung)
  • Belege über Krankheitskosten, falls sie hoch sind (z. B. Zahnarzt, Spital)
  • Versicherungsprämien (Privathaftpflicht, Hausrat, Krankenkasse) – oft reicht die Jahresübersicht

Lege dir einen Ordner (physisch oder digital) an, in dem du alle Dokumente eines Jahres sammelst. Dadurch wird jede weitere Steuererklärung deutlich einfacher.

Schritt 3: Zugang zum kantonalen Steuer-Tool

Nahezu alle Kantone stellen ein Online-Tool zur Verfügung, mit dem du deine Steuererklärung elektronisch ausfüllst. Die Zugangsdaten bekommst du zusammen mit der Steuererklärung per Post oder du kannst ein Konto über die kantonale Webseite eröffnen. In einigen Kantonen kannst du auch eine Desktop-Software herunterladen, in anderen läuft alles im Browser.

Melde dich im Portal deines Kantons an, wähle die korrekte Steuerperiode und prüfe, ob Basisdaten (Adresse, Zivilstand) bereits vorausgefüllt sind. Meist findest du im Tool eine grobe Struktur wie:

  • Personendaten
  • Familie / Kinder
  • Einkommen
  • Vermögen
  • Abzüge
  • Kontrolle & Versand

Nimm dir beim ersten Mal genug Zeit – eine erste Steuererklärung kann locker 1–3 Stunden dauern, je nachdem wie komplex deine Situation ist.

Schritt 4: Persönliche Daten und Familiensituation

Im ersten Teil gibst du Basisdaten ein:

  • Name, Adresse, AHV-Nummer
  • Zivilstand (ledig, verheiratet, eingetragene Partnerschaft, getrennt, geschieden)
  • Religionszugehörigkeit (relevant wegen Kirchensteuer)
  • Kinder und Unterhaltsverpflichtungen

Diese Angaben beeinflussen unter anderem deinen Tarif (z. B. ob du als alleinstehende Person oder als Familie besteuert wirst) und gewisse Abzüge, etwa Kinderabzüge. Achte darauf, dass dein Zivilstand zum 31.12. des Steuerjahres entscheidend ist – heiratest du im Juni, wirst du für das ganze Jahr als verheiratet veranlagt.

Schritt 5: Einkommen erfassen

Für angestellte Personen ist der Lohnausweis das zentrale Dokument. Dort findest du:

  • Bruttolohn (Jahreslohn)
  • AHV/IV/EO-, ALV- und BVG-Abzüge
  • Beiträge an die Säule 3a via Lohn, falls vorhanden
  • Spesenentschädigungen
  • Sachleistungen (z. B. Geschäftsauto zur Privatnutzung)

Im Steuer-Tool trägst du den Jahreslohn gemäss Lohnausweis ein. Wenn du mehrere Arbeitgeber hattest, erfasst du jeden Lohnausweis separat. Falls du Nebenjobs hattest, auch diese erfassen – selbst wenn Quellensteuer abgezogen wurde, möchte das Steueramt ein vollständiges Bild.

Hast du zusätzlich Einkommen aus:

  • Nebenerwerb (z. B. selbständige Tätigkeit, Freelancer-Jobs)
  • Vermietung (Untervermietung eines Zimmers)
  • Zinsen und Dividenden

… dann musst du diese ebenfalls angeben. Für Zinsen und Dividenden liefern dir Banken jeweils eine Jahresaufstellung, aus der du die notwendigen Werte übernehmen kannst.

Schritt 6: Vermögen eintragen

Neben dem Einkommen wird in der Schweiz auch dein Vermögen besteuert (Vermögenssteuer). Du gibst an:

  • Kontostände per 31.12. (Privatkonto, Sparkonto, Trading-Plattformen)
  • Säule-3a-Guthaben (wird zwar oft vorzugsweise behandelt, gehört aber in die Übersicht)
  • Wertschriften (Aktien, Fonds, ETFs)
  • Fahrzeuge, falls kantonal relevant
  • Immobilien (Eigenheim, Ferienwohnung)

Die meisten Kantone stellen offizielle Kurslisten für Wertschriften zur Verfügung, damit du nicht eigene Schätzungen machen musst. Wenn du nur einfache Konten bei einer Schweizer Bank hast, ist das relativ unkompliziert: Du übernimmst die per 31.12. ausgewiesenen Saldi aus der Jahresübersicht.

Schritt 7: Abzüge – wo du Geld sparen kannst

Jetzt kommt der Teil, der darüber entscheidet, wie hoch deine Steuerrechnung ausfällt: die Abzüge. Typische Abzüge für eine angestellte Person sind:

  • Berufsauslagen: Fahrkosten (ÖV-Abo oder Kilometergeld), Mehrkosten für auswärtige Verpflegung, Berufswerkzeuge
  • Krankenkassenprämien und andere Versicherungen (Privathaftpflicht, Hausrat)
  • Krankheits- und Unfallkosten, soweit sie einen Selbstbehalt übersteigen
  • Säule-3a-Einzahlungen (bis zum gesetzlich festgelegten Maximalbetrag für Angestellte mit Pensionskasse)
  • Weiterbildungs- und Umschulungskosten, sofern beruflich begründet

Viele Kantone bieten Pauschalen an (z. B. pauschale Berufsauslagen), die automatisch berücksichtigt werden, wenn du keine höheren effektiven Kosten nachweist. Prüfe im Online-Tool, ob Pauschalen bereits vorausgefüllt sind, bevor du aufwändig Belege zusammensuchst.

Achte darauf, dass du nichts doppelt abziehst. Wenn der Arbeitgeber etwa ein GA bezahlt und dies auf dem Lohnausweis als Naturalleistung aufgeführt ist, kannst du die Kosten in der Regel nicht nochmals als Fahrkosten geltend machen.

Schritt 8: Kontrolle, Plausibilität und Einreichen

Bevor du die Steuererklärung elektronisch abschickst, lohnt sich ein Plausibilitätscheck:

  • Stimmen die Beträge mit deinen Lohnausweisen und Kontoauszügen überein?
  • Sind alle relevanten Konten und Versicherungen erfasst?
  • Ist dein Zivilstand korrekt, inklusive Kinder und allfälliger Unterhaltszahlungen?
  • Hast du alle typischen Abzüge (Berufsauslagen, Säule 3a, Versicherungen) berücksichtigt?

Viele Tools zeigen bereits eine provisorische Steuerbelastung an. Diese Zahl ist nicht endgültig, gibt dir aber ein Gefühl, ob das Resultat realistisch ist.

Danach reichst du die Erklärung elektronisch ein. Je nach Kanton musst du die Schlussseite noch ausdrucken, unterschreiben und per Post einsenden; andere Kantone akzeptieren eine rein elektronische Einreichung. Hebe alle Unterlagen und Belege mindestens bis zur definitiven Veranlagung auf, damit du bei Rückfragen des Steueramts reagieren kannst.

Häufige Fehler bei der ersten Steuererklärung

Typische Anfängerfehler sind:

  • Fristen ignorieren und erst nach Mahnung aktiv werden
  • Lohnausweise oder Konten vergessen (z. B. ein altes Konto mit kleinem Betrag)
  • Säule-3a-Einzahlungen nicht angeben und so Steuervorteile verschenken
  • Kosten abziehen, die privat sind und nicht akzeptiert werden (z. B. normales Essen zu Hause)
  • Angaben zur Familiensituation (Kinder, Unterhalt) unvollständig lassen

Wenn du unsicher bist, nutze die Merkblätter deines Kantons oder die telefonische Beratung der Steuerverwaltung. Viele Fragen sind dort in wenigen Minuten geklärt.

Wie es nach dem Einreichen weitergeht

Nach einiger Zeit (Monate sind normal) erhältst du eine provisorische oder definitive Veranlagung. Dort siehst du:

  • Steuerbares Einkommen und Vermögen
  • Berechnete Steuern an Bund, Kanton und Gemeinde
  • Bereits geleistete Akontozahlungen oder Quellensteuern
  • Den Restbetrag, den du zahlen musst oder ein allfälliges Guthaben

Wenn dir bei der Veranlagung ein offensichtlicher Fehler auffällt, kannst du innert Frist Einsprache erheben. Wichtig: Bezahle die Rechnung trotzdem fristgerecht oder beantrage eine Ratenzahlung, sonst entstehen Verzugszinsen.

Weiterlesen auf meinalltag.ch

  • „10 legale Wege, in der Schweiz Steuern zu sparen (für Angestellte)“
  • „Quellensteuer vs. normale Steuererklärung: Was bedeutet das für dich?“
  • „Budget erstellen in der Schweiz: einfache Vorlage und typische Kosten“